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WOHIN MIT ALL DEN DATEN?

Autor: Florian Jürgs

 

Die zweite Digitaluhr, die ich mir kaufte, war eine CASIO DBC-611G-1 DATABANK von 1984. Golden! Sie hatte ein richtiges Tastaturfeld, bot Funktionen an wie Datum, Weltzeiten, Licht, Wecker, Stoppuhr, Taschenrechner – und einen für die damalige Zeit beachtlichen Datenspeicher für bis zu 25 Telefonnummern. Very, very, very „Small Data“ aus heutiger Sicht.

Daten sind inzwischen der wirtschaftliche Rohstoff und immer wieder auch Zündstoff in der politischen Diskussion. In den kommenden zwei Jahren wächst die Anzahl der vernetzten Geräte, die in der Lage sind, untereinander Daten austauschen, zu sichern und zu verschieben, voraussichtlich auf geschätzt über zwanzig Milliarden. Das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, selbstlernende Algorithmen, Industrie 4.0, Blockchain, Smart Home, Autonom fahrende Autos, …all die Begriffe und Bausteine einer vermeintlich noch schöneren, digitalen Welt werden den jetzt schon gigantischen Stromverbrauch der Rechenzentren in astronomische Höhen katapultieren. Die Mächtigen der Branche, Google, Apple, Microsoft etc., betreiben bereits sogenannte Hyperscale Zentren mit Flächenmaßen von mehreren Fussballfeldern und dem Stromverbrauch mittlerer Großstädte. Die Innovationen der fortschreitenden Digitalisierung erleichtern unser Leben – fordern jedoch ihren Tribut. Wäre das Internet ein Land, so stünde es gemessen an seinem Energieverbrauch, bereits an sechster Stelle in der Welt. Die Zukunft aber ist nicht aufzuhalten, wird noch digitaler und die Menge der Daten wird sich von Jahr zu Jahr verdoppeln. Noch gewaltigere Rechenzentren als jetzt bereits aktiv mit entsprechendem Hunger nach Strom sind die Folge. Lässt sich dieser Trend überhaupt noch nachhaltig gestalten? Schaffen wir wir diese Energie Wende im Anblick dieses Strombedarfs überhaupt, da ja schon die analoge, weg vom Atomstrom, offenbar bereits die Politik überfordert?

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