Blog

WAS TREIBT UNS AN?

Autor: Florian Jürgs

 

Seit mehr als zwei Jahrzehnten treiben die großen Automobilkonzerne die Entwicklung von Wasserstofffahrzeugen voran. Sie alle haben entweder serienreife Prototypen und in vielen Fällen bereits reale Produkte am Markt. Wobei Deutschland im internationalen Vergleich noch deutlich hinterher hinkt. Mercedes beispielsweise, weist immerhin ein fortschrittliches Hybrid-Modell aus E-und Brennstoffzellen-Technologie im Produktportfolio aus. Aber im Grunde ist das Thema Wasserstoff in Deutschland, wenn überhaupt, noch eine reine Zukunftsvision.

Anders in Asien. Im neuen Unternehmensplan „FCEV Vision 2030“ kündigt die Hyundai Motor Group mit den Automobilmarken Hyundai und Kia an, die Produktionskapazität für Brennstoffzellensysteme bis zum Jahr 2030 auf 700.000 Einheiten pro Jahr aufzustocken. In den Segmenten der großen Flotten-Geschäfte, öffentlicher Nahverkehr und schwerer Nutzfahrzeuge schlägt die Brennstoffzelle als Energielieferant bereits jede Elektro-Alternative. Und das wird auch erstmal so bleiben. Sicher, auch für die Produktion von Wasserstoff wird in der Regel Strom gebraucht, solange dieser aus erneuerbaren Energiequellen stammt ist das Fahren mit Brennstoffzelle dann tatsächlich CO2 neutral.

Ganz im Gegenteil zu aktuellen E-Fahrzeugen. In Deutschland und vielen weiteren Europäischen Staaten entsteht Wasserstoff auch als Abfallprodukt der chemischen Industrie und könnte in den Mobilitätskreislauf eingespeist werden. Denn dieser lässt sich auf die gleiche Weise transportieren wie Benzin oder Diesel, also unabhängig von gänzlich neuen Infrastrukturen.

Fahrzeuge mit Brennstoffzelle punkten auch in Sachen Reichweite und Ladezeiten. Warum also setzen gerade die deutschen Autohersteller alles auf die eine Karte der E-Mobilität? Liegt es daran, dass ihnen faktisch keine Zeit mehr bleibt die geforderten CO2 Grenzwerte in den Griff zu bekommen? Ist die batteriebasierte Mobilitätslösung schlichtweg die Technologie, die sich vergleichsweise am schnellsten auf einen (Massen-)Markt bringen lässt und somit hilft mit der grüngefärbten Vision einer sauberen, elektrifizierten Zukunft von den Skandalen der letzten Jahre abzulenken?

Wahrscheinlich kommt irgendwann sowas wie eine „Superbatterie“ mit sensationellen Leistungswerten und mit Verzicht auf umweltschädliche Herstellungsprozesse. Mag sein. Aber bestehen bleibt die Herausforderung des passenden Stromnetzes. Beim Thema Wasserstoff ist heute schon alles da, man muss es nur noch auf die Straße bringen.

Foto Credit: HYUNDAI MOTOR COMPANY

Write a comment