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Wie wohnt es sich in der Digitalisierung?

Autor: Lars Debbert

 

Die Zukunft ist in Filmen immer irgendwie weiß, hell und ein bisschen steril. Das Digitale und Vernetzte schien die Zukunftsforscher, Drehbuchautoren und Set-Designer zu einer maximalen Ordnung und Klarheit gebracht zu haben. Der Mensch als vollständig sauberes Individuum durch den Fortschritt der Technik. Oder das gegenteilige Zukunftsszenario: Endzeitstimmung, Chaos und Weltraumschrott. Aber immer wird die Zukunftswelt irgendwie extrem dargestellt.

Und jetzt leben wir in dieser digitalen Zukunft die alles verändert: Wahlausgänge (Cambridge Analytica), Zusammenleben (Social Media und Virtualität), Arbeitswelten (Digitalisierung), Tourismus (Instagramability) … die Liste der massiven Veränderungen lässt sich noch lange fortsetzen.

Also eigentlich kein Stein mehr auf dem anderen; die Zukunft ist da!

Und was macht diese sich massiv ändernde Welt mit dem Interior-Design um uns herum? Leben wir jetzt alle in den weißen klaren Welten mit maximaler Transparenz oder fallen die ästhetische Welten ins Chaos?

Weit gefehlt! Ein Spaziergang über die Pariser Messe Maison & Objet 2018 zeigt etwas ganz anderes. Digitalisierung treibt die Gemütlichkeit. Cord, Erdtöne, Naturtöne, viel Struktur auf der Oberfläche, Rattan, natürliche echte Materialien, Handwerkskunst. Das Natürliche, das Haptische, das Echte ist gefragt.

Es wird nestiger. Das Digitale treibt den Biedermeier 2.0. Weg vom Komplexen – rein ins Schöne und Echte. Andere flüchten sich in die einfachen Wahrheiten des Populismus andere in die Gemütlichkeit. Wobei diese neue Gemütlichkeit natürlich die bessere und viel schönere Wahl ist.

Die Zukunft ist nicht weiß und steril. Die Zukunft ist maximal haptisch, handwerklich und echt. Eine Rückbesinnung auf das analog-reale Leben. Der digitale Layer liegt wie ein unsichtbares Netz über allem. Verändert alles als unsichtbare Revolution. Design ist hierbei der wichtige Gegenpol des Realen und Echten. Wobei die Digitalisierung auch wieder der Treiber ist, dass sich soviel individuelles Design entwickeln und verkaufen kann – von großen und kleinen Anbietern. Alles ist vernetzt.

Foto: © Stanley Kubrick Archives/ Turner Entertainment Co./TASCHEN

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